GREEN erneut beim „Radiometrischen Seminar“ an der THM in Gießen

Mitarbeiterbeitrag von Patrick Schaffrin

Am Donnerstag, den 12.03.2026 luden der Fachverband für Strahlenschutz e.V. und das Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz (IMPS) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) bereits das dritte Mal zum „Radiometrischen Seminar“ auf den Campus der THM in Gießen ein. Drei GREEN-Mitarbeiter nutzten die Gelegenheit und besuchten das Seminar, welches das Thema „Citizen Science“ hatte.

In seinem Grußwort wies der Vizepräsident der THM auf die aktuelle Herausforderung hin, dass wissenschaftliche Erkenntnisse gesellschaftlich zunehmend hinterfragt werden. Das Seminar beleuchtete Citizen Science als Chance, durch Partizipation der Bürger neues Vertrauen aufzubauen. Besonders symbolträchtig: Die Veranstaltung fand genau 15 Jahre und einen Tag nach der Katastrophe von Fukushima statt.

Das Seminar bot einen vielfältigen Einblick über die Einbindung der Öffentlichkeit in die Radiometrie. Aufgrund der Vielzahl fachlicher Beiträge geben wir hier nur einen kleinen Ausschnitt:

  • Bernd Laquai (Betreiber von „opengeiger.de“) stellte unter anderem das von ihm entwickelte Messgerät mit dem witzigen Namen „Stuttgarter Geigerle“ vor. Er erläuterte, wie Fukushima für ihn zum Impuls wurde, preiswerte „Do it yourself“-Messgeräte zu entwerfen, um Bürgern einen eigenständigen Zugang zur Messtechnik zu ermöglichen.
  • Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) präsentierte seine Untersuchungen zur Qualität von Messgeräten zur Messung der Radon-Konzentration in der Raumluft, die Bürger frei im Handel erwerben können und erläuterte, wie diese Messgeräte vom BfS getestet wurden. Es stellte sich heraus, dass leider nicht alle Messgeräte, welche teilweise sehr günstig zu erwerben sind, auch wirklich zuverlässig sind. Es wird daher empfohlen, sich vor dem Kauf über die Qualität dieser Messgeräte zu informieren.
  • Weitere Beiträge befassten sich mit der digitalen Vernetzung von Messdaten, welche von und für Bürger generiert werden (siehe zum Beispiel „ecocurious.de“), und der Kommunikation auf Augenhöhe als Schlüssel zur Akzeptanz wissenschaftlicher Ergebnisse.

In der begleitenden Industrieausstellung wurden aktuelle Entwicklungen der Messtechnik präsentiert. Interessant war zum Beispiel ein Messgerät zur Messung von radioaktivem Xenon. Denn die Messung von Xenon ist im Umfeld von Kernkraftwerken von Bedeutung, da Xenon bei der Kernspaltung entsteht und sehr mobil ist.

Zudem war wieder das Hessische Radonzentrum (HeRaZ) vertreten. Der Austausch verdeutlichte erneut die Relevanz des Schutzes der Bevölkerung vor dem natürlich vorkommenden Radon.

Der fachliche Austausch mit Kolleginnen und Kollegen und die Diskussionen an den Ständen der Industrieausstellung rundeten den Tag ab. Unser Dank gilt der THM und dem Fachverband für Strahlenschutz für die hervorragende Organisation.